4 Miles 2 Davis Guitar
Music of the 90's published 2000 with Arte
Nova - Roland
Dyens (* 1955) Dušan
Bogdanovic (*1955) 6) Allegro, non troppo, molto ritmico Sting (*1951) Helmut Jasbar (*1962)

Five French Chanson Adaptions (published 1990/95)
2) Ne me quitte pas (Jacques Brel)
3) Ce petit chemin (Jean Nohain/Mireille)
4) Un jour tu verras (Mouloudji/Georges van Parys)
5) La java des bombes atomiques (Boris Vian /Alain Goraguer)
Jazz Sonata (published 1991)
7) Lento
8) Andante – Allegro moderat
9) Allegro molto
4 Miles 2
12)
Robot´s Counterpoint (Fugato agitato)
13)
3 Miles (Blues religioso)
14)
Gimme a break!
15) Tutututu (Passionato)
16) 2 Miles 4 Davis (Dancemix)
(World premiere recording)
Augustin
Wiedemann über „4 Miles 2 Davis„:
Für diese Aufnahme habe ich Originalwerke und
Bearbeitungen von drei der interessantesten Komponisten und Gitarristen
der jüngeren Generation ausgewählt. All diesen
Stücken ist gemeinsam, daß sie zum einen in den
neunziger Jahren erschienen sind und zum anderen eine gewisse
Nähe zur sogenannten „populären„
Musik des Pop, Rock und Jazz aufweisen.
Meine erste direkte Begegnung mit französischen
Chansons hatte ich, natürlich, in Paris. Sie zeigte mir die
unglaubliche Popularität dieser Kunstform in Frankreich:
Frühmorgens in einer etwas dubiosen Bar im Quartier Latin nahm
sich ein sehr, sehr betrunkener Mann eine alte Gitarre und sang
„Amsterdam„ von Jacques Brel mit einer Inbrunst und
selbstvergessenem Pathos, daß mir fast die Luft wegblieb. Am
meisten faszinierte mich das „Publikum„, ziemlich
finstere Gestalten, weil es sämtliche Texte auswendig kannte
und den Chansonnier lautstark unterstützte. Dieser unbekannte
Held sang bis der Morgen anbrach, obwohl er kaum noch seine Gitarre
halten konnte. Für den Vortrag der Chansonbearbeitungen von
Roland Dyens würde ich interessierten Gitarristen aber
empfehlen, vorher keinen Alkohol zu trinken. Mit großer Liebe
zu dieser Musik hat Dyens völlig eigenständige Werke
für Gitarre erschaffen, die jedoch meiner Meinung nach das
„Flair„ der Originale auf eine wunderbare Weise
erhalten. So stammt zum Beispiel die Idee zu dem leisen durchgehenden
Triller in der letzten Strophe von „Ne me quitte
pas„ vom Pianisten von Jacques Brel und beim
„Walking Bass„-Chorus von „Ile de
Ré„ meint man, die Band von Nougaro spielen zu
hören.
Dušan Bogdanovic wurde 1955 in Jugoslawien geboren
und lebt heute in San Francisco. In seiner „Jazz
Sonata„ verbindet er die konstruierte klassische Sonatenform
mit den improvisierten offenen Formen des Jazz. Rhythmen aus Afrika und
dem Balkan verbinden sich mit Melodik und Harmonik der
Spätromantik, des Jazz und indischer Musik. Ich habe die Noten
der „Jazz Sonata„ an einem sonnigen Tag im August
1997 in San Francisco gekauft, sie durchgelesen und daraufhin das
wunderbare Thema des ersten Satzes den ganzen Urlaub lang nicht mehr
aus dem Kopf bekommen. Bis heute verbinde ich mit dieser Musik einen
Sommertag in San Francisco, eigentlich keine schlechte Vorstellung (vor
allem im Münchner Winter).
Ich mag nicht nur die Musik des Wiener Komponisten Helmut
Jasbar, er ist auch einer der unterhaltsamsten
Gesprächspartner, die ich kenne. Bei einem unserer zahlreichen
Telefonate vor dieser Weltersteinspielung von „4 Miles 2
Davis„ meinte er zu einem Satz (ich glaube es war
„Robot´s Counterpoint„) nur lapidar:
„Stell´ Dir einfach einen geisteskranken Grafen
vor, der ganz allein in seinem Riesenschloß sitzt und den
Blues spielt.„ Alles klar. In „4 Miles 2
Davis„ erklingen verschiedene Themen des Jazztrompeters Miles
Davis, nämlich „Tutu„ aus der
gleichnamigen Aufnahme, „Robot 415„ aus
„Decoy„ und „All Blues„ aus
„Kind of Blue„. Wenn im dritten Satz „3
Miles„ drei Themen gleichzeitig auftauchen, sind kurz die
ersten Töne von „Round Midnight„ von
Thelonius Monk zu hören. Helmut Jasbar beschreibt das Werk als
„eine Assoziation zum musikalischen Grabmal des Barock, dem
Tombeau.„ Er schrieb auch den schönen Satz:
„Ich habe verschiedene Themen von Mr. Davis miteinander
verzahnt und da keines von ihnen jemals frei in seiner
ursprünglichen Gestalt erklingen kann, ist es, als
würden sie die Abwesenheit ihres Schöpfers
betrauern.„ Der „musikalische Gott„ von
Helmut Jasbar ist Johann Sebastian Bach. Auf meine Frage, ob er in den
ersten zwei Zeilen des Themas von „Robot´s
Counterpoint„ absichtlich (bis auf eine Ausnahme) nur die
Töne B-A-C-H verwendet hätte, meinte er angenehm
überrascht: „Eigentlich nicht, aber ein Werk hat
eben seine eigenen Gesetzmäßigkeiten.„
Die ruhige, „balladeske„ Stimmung von
Stings Soloversionen des alten Police-Hits „Message in a
bottle„ inspirierte Helmut Jasbar bei seiner Bearbeitung
dieses Klassikers. Seit ich Sting in einem Fernsehportrait
„Recuerdos de la Alhambra„ von Francisco Tarrega
auf der klassischen Gitarre spielen gesehen habe, glaube ich sogar,
daß ihm diese instrumentale Fassung von „Message in
a bottle„ ganz gut gefallen könnte.
Recording: July 30th – August 4th 2000, Ehemalige Kapelle St. Josef (BRK Plattling)
Microphones: Brauner VM-1
Guitar: Matthias Dammann, 1997
Sound Engineer: Josef Angloher (Contact: angloher@cs.com)
Editing and CD Mastering: Josef Angloher
Photographs and Cover Art: Stefan Kuhle
Text: Augustin Wiedemann
Publishers: Lemoine (Chansons), GSP (Bogdanovic), Bosworth (Sting, Jasbar)
Artist Contact: www.augustin-wiedemann.de
Special Thanks to:
Josef „The Ear" Angloher for making it sound (you are the best), Sandra for borrowing me your husband for two weeks, Stefan for photos and weather forecasts (you got the look), Dieter Oehms for always believing in me, BRK Plattling for the beautiful hall, Charly Bohaimid for high end microphones, my parents Anna and August for everything, Matthias Dammann for his constant inspiration and - last but not least - Donald Fagen and Walter Becker for being the first musical kick.
Dedicated to my wife Tina
A.W.
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